Bundle-Rechnungen, die Seuche

Abgesehen davon, daß Bibliotheken für einen Teil des Buchpreises eine erhöhte Mehrwertsteuer bezahlen müssen, obwohl sie und ihre Kunden in der Regel nichts davon haben, muß man jetzt auch darauf achten, ob die Bundle-Rechnung überhaupt gerechtfertigt ist. Der Bund-Verlag hat nach meinen Informationen beim Handbuch Datenschutz und Mitbestimmung seine Entscheidung revidiert, einen zusätzlichen Online-Zugang einzurichten. Auf bzw. in dem Buch gibt es keinen Hinweis auf ein E-Book wie z.B. einen Aufkleber, eine URL oder ein Code. Trotzdem stellte der Buchhändler eine Rechnung mit zwei Positionen, die mit 7% und 19% versteuert waren. Eine entsprechende Nachfrage brachte mir die Erläuterung, daß sich die Revidierung der Veröffentlichungsentscheidung nicht in der Preisliste des Verlages niederschlug und somit der Großhandel und dann auch der Buchhändler den Titel falsch fakturierten. Das mag ein Einzelfall sein, ärgerlich ist es trotzdem, denn es kostet zusätzliche, kostbare Arbeitszeit auf allen Seiten.

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Getrennte Besteuerung der Print- und Online-Anteile bei Zeitschriftenabos – Auswirkungen

Die praktischen Auswirkungen der Mehrwertsteuer-Änderungen durch das Bundesministerium der Finanzen ab 1. Juli 2014 treiben wahrlich bizarre Blüten. Ein Beispiel: für das Print-Abonnement der Zeitschrift Fertigung aus dem Verlag Moderne Industrie erhielt ich im Dezember 2014 von unserem Buchhändler die Jahresrechnung für 2015 und veranlasste die Bezahlung. Im März 2015 wird diese Rechnung wieder gutgeschrieben und am 1. April treffen 2 Rechnungen für diesen Titel ein. Während ich im Dezember € 149.80 zu bezahlen hatte, sind es jetzt € 149.92, weil der Print-Anteil des Bezugspreises mit € 148.73 und der Online-Anteil mit € 1.19 berechnet werden. 4 Rechnungsvorgänge für einen Zeitschriften-Jahrgang finde ich persönlich zu viel, insbesondere unter dem Aspekt, daß der Verlag keine Möglichkeit zur Freischaltung via IP-Range bietet, sondern nur das Login für Individualnutzer. Somit kann eine Universitätsbibliothek diesen Online-Anteil praktisch nicht nutzen. Aus meiner Sicht ist das eine Verschwendung von Steuergeldern, aber beileibe kein Aprilscherz.

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Konkurrenz für Bibliotheken? Wohl kaum!

Das Hamburger Abendblatt berichtet in der Ausgabe vom 2. September über die CampusRitter, ein Start-Up, dessen Geschäftsidee das Vermieten von aktuellen, vornehmlich Lehrbüchern ist. Die Höhe des Mietpreises hängt von der Mietdauer ab, der Mietpreis übersteigt den Neupreis nicht. Somit können Studierende ihr Portemonnaie etwas schonen, was ja ein gutes Ansinnen ist. Es stellt sich nur die Frage, wie verträgt sich das mit § 17,2 des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz):

„Sind das Original oder Vervielfältigungsstücke des Werkes mit Zustimmung des zur Verbreitung Berechtigten im Gebiet der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum im Wege der Veräußerung in Verkehr gebracht worden, so ist ihre Weiterverbreitung mit Ausnahme der Vermietung zulässig.“

Oder wird dem Urheber gem. § 27 des Urheberrechtsgesetzes eine angemessene Vergütung gezahlt? Leider geht der Zeitungsartikel mit keinem Wort auf diese schwierigen juristischen Fragen ein. Bleibt also nur zu beobachten, wie lange der CampusRitter sein Versprechen „Da es unser Anspruch ist Dir den perfekten Service zu bieten“ aufrecht erhalten kann. Ich fürchte, das Versprechen ist genauso unvollständig wie der Satz.

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Was ist die Bibliotheksnutzung wert?

Die Stadtbücherei Öhringen stellt auf ihrer Homepage einen Bibliotheksrechner zur Verfügung, mit dem jeder den Wert seiner dort in Anspruch genommenen Dienstleistungen errechnen kann. Ob es sich nun z.B. um die Zahl der ausgeliehenen Bücher, Zeitschriften, Filme, Blue-Rays oder um eine Auskunft handelt, alles wird mit Durchschnittspreisen multipliziert und ergibt eine Endsumme. Der Durchschnittspreis für eine Datenbankrecherche erscheint mir etwas niedrig, aber das ist sicherlich von Bibliothek zu Bibliothek unterschiedlich, so wie auch die Kosten von Datenbanken unterschiedlich sind. Insgesamt halte ich das für eine pfiffige Idee, denn eine bessere Methode, den Mehr- oder auch Gegenwert für einen Bibliotheksausweis aufzuzeigen, gibt es kaum.

Einen guten Überblick über Datenbanken bekommt man im Portal des Datenbank-Infosystems (DBIS). Frei zugängliche Datenbanken sind unter einem eigenen Reiter gelistet.

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Ermäßigter Mehrwertsteuersatz bei E-Books in Frankreich und Luxemburg – ein Verstoß gegen die geltende Mehrwertsteuerrichlinie?

Dr. Klaus Junkes-Kirchen weist via Inetbib auf eine Befragung Frankreichs und Luxemburgs durch die EU-Kommission im Zusammenhang mit der Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes bei E-Books seit Jahresbeginn hin, der die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens folgen kann, wenn die Kommission zu einer entsprechenden Bewertung der Länderstellungnahmen kommt. In diesem Zusammenhang weist er auch noch auf die „Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat und den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuß zur Zukunft der Mehrwertsteuer
Wege zu einem einfacheren, robusteren und effizienteren MwSt-System, das auf den
Binnenmarkt zugeschnitten ist
“ (pdf, 19 S.) vom 6.12.2011 hin, die natürlich auch für die Mehrwertsteuersätze von Büchern von Bedeutung werden kann. Insbesondere Abschnitt „5.2.2. Überprüfung der Steuersatzstruktur“ fiel mir auf. Das läßt u.U. einige Veränderungen erwarten. Eine Empfehlung der Kommission wird es jedoch nicht vor Ende 2013 geben.  Wie Dr. Klaus Junkes-Kirchen in seinem Inetbib-Beitrag schrieb, „könnten hier die Bibliotheksverbände und der Börsenverein mal wieder einer einem gemeinsamen Strang ziehen…;-)“. Schön wär’s, wenn der Strang in Richtung ermäßigtem Mehrwertsteuersatz auch für E-Books gezogen würde, denn Kultur verdient jede Unterstützung, die sie bekommen kann.

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Niedersächsisches Portal „Kulturerbe Niedersachsen“ freigeschaltet

Auch das Bundesland Niedersachsen bietet jetzt ein regionales Kulturportal unter dem Titel „Kulturerbe Niedersachsen“ an. Gefördert wurde das Projekt vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Die Seite ist klar und übersichtlich, Bibliotheken stehen in der Box „Kultureinrichtungen“ am rechten Rand an erster Stelle😉

Neben den Menüpunkten Kultureinrichtungen, Objekte, Touren und Zeitleiste und der Box „Stöbern in“, die z.B. Unterpunkte wie Personen oder Material/Technik hat, fällt erst auf den zweiten Blick eine Box mit dem Titel „Neue Objekte“ am rechten Rand unten auf, in der jeweils neu hinzugefügte Objekte angezeigt werden.

Ein wenig dünn besiedelt erscheint derzeit die angezeigte Karte „Einrichtungen in Niedersachsen“. Es bleibt zu hoffen, daß sie sich weiter füllt, denn anscheinend werden dort nur die teilnehmenden Kultureinrichtungen angezeigt. Und das könnten weitaus mehr werden als die jetzt ausgewiesenen 7 Institutionen. Vorstellbar wären z.B. die 7 Staatsarchive, die unter der gemeinsamen Seite des Niedersächsischen Landesarchivs nachgewiesen sind, auch wenn das Landesarchiv hier bereits verlinkt ist und wohl im wesentlichen Bestände des Hauptstaatsarchivs Hannover anbietet.

 

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Berechnungshilfe Flächenbedarf Bibliotheksbau

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) bietet auf seiner Seite zur kürzlich veröffentlichten „Handreichung zu Bau und Ausstattung Öffentlicher Bibliotheken“ (pdf, 885 KB) eine Excel-Tabelle an, „mit deren Hilfe man sich schnell einen Überblick über den erforderlichen Flächenbedarf schaffen kann.“ Die Tabelle wurde von Lutz Sanne und Roman Rabe erstellt.

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